Was ist ein Usability Test?

Ein Usability Test (deutsch: Nutzertest) ist eine Methode um die Benutzerfreundlichkeit Ihrer Software, HMI, GUI, App oder Website zu überprüfen. Es ist der beste Weg die Sichtweise des Nutzers in Ihr Produkt einfließen zu lassen. Man erreicht dadurch, dass die Usability-Optimierung Ihrer Software nachhaltig im Entwicklungsprozess etabliert wird.

Usability-Optimierung für Software, HMI, GUI, App oder Website

Direktes Nutzerfeedback ist essentiell, um Software nicht am Nutzer vorbei zu entwickeln. Natürlich ist die Expertise von Produktmanagern, Designern oder Entwicklern wichtig und notwendig, um eine Grundvorstellung von der Software zu bekommen. Spätestens mit Fertigstellung des ersten Prototyps sollte man den Nutzer jedoch mit in den Prozess einbeziehen.

Doch wie sieht der Ablauf eines Nutzertests aus? Man unterscheidet hierbei zwischen qualitativen und quantitativen Methoden.

Qualitativer Usability Test

Qualitative Usability Tests sind hilfreich, um grobe Verständnisprobleme oder Unklarheiten in einem User Interface aufzudecken und so dessen Benutzerfreundlichkeit signifikant zu erhöhen.
Man braucht hierfür:

  • Eine geringe Anzahl an Nutzern (ca. 10)
  • Pro Nutzer 30-45 Minuten Zeit
  • Ein Testskript mit dedizierten Aufgaben
  • Einen Moderator, der im Zweifelsfall Hilfestellung gibt
  • Einen Schriftführer, um die Ergebnisse zu dokumentieren

Usability-Optimierung Statistik Anzahl Nutzer

Anhand des Testskripts führt der Moderator den Nutzer durch die Aufgaben, die eine Vergleichbarkeit der Nutzertests garantieren. Innerhalb der Aufgaben wird jedoch sehr frei agiert, um jedes erdenkliche Feedback abzufangen. Dazu ist ein in Nutzertests erfahrener Moderator notwendig. Dieser muss das entsprechende Fingerspitzengefühl besitzen, um zu entscheiden, wann es gut sein kann vom eigentlichen Thema abzuschweifen.

Der Schriftführer dokumentiert währenddessen alle Handlungen und Äußerungen des Partizipanten. Alternativ kann man jede Session aufzeichnen und später verschriftlichen. Auf der Basis dieser Aufzeichnungen wird später ausgewertet, welche Aufgaben problemlos bewältigt wurden und an welchen Stellen es häufig Probleme gab.

Man kann solche Nutzertests klassisch mit den Nutzern in einem dafür vorgesehenen Testlabor oder Besprechungsraum durchführen, aber auch Remote arbeiten. Der Vorteil der räumlichen Zusammenkunft ist aber, dass man gerade das unausgesprochene Feedback besser erkennen kann.

Shadowing

Ein Shadowing ist von den Voraussetzungen dem qualitativen Nutzertest ähnlich. Der große Unterschied ist jedoch, dass es kein Testskript und auch keinen Moderator gibt. Man beobachtet den Nutzer bei der Interaktion mit der Software einfach und dokumentiert diesen Prozess. So kann man Verhaltensweisen beobachten, an die man bei der Konzeption eines Tests womöglich nicht gedacht hätte. Der Nachteil ist, dass einzelne Verhaltensauffälligkeiten nicht zwangsläufig eine Relevanz besitzen und so in der Auswertung schwierig sind.

Quantitative Methoden

Eine sehr beliebte Methode eine Software in ihren Details zu verbessern sind quantitative Methoden. Hierbei werden durch verschiedene Methoden zählbare Werte erfasst:

  • Klickzahlen
  • Absprungraten
  • Eye-Tracking
  • Zeitmessung
Anhand dieser Kriterien veranstaltet man dann üblicherweise sogenannte A/B-Tests, bei denen man eine Variante der Software gegen die andere misst und beobachtet, ob eine der beiden besser performt.

Man kann diese Art des Tests sogar an einen Bruchteil der Live-Kunden ausrollen, so dass man keinen eigenes Testumfeld aufbauen muss. Viele größere Firmen testen permanent verschiedene Varianten im Live-Umfeld, um die letzten Prozent an Effektivität und Effizienz herauszuholen.

Literaturempfehlung

Für detaillierte Informationen zum Thema Usability Tests, empfehlen wir Ihnen das Buch Rocket Surgery Made Easy von Steve Krug