Wie investiere ich in User Experience (UX)?

Viele Firmen kommen an den Punkt, an dem sie eine Entwicklungsabteilung aufgebaut und ein Produkt am Markt platziert haben. Mit dem ersten User Feedback stellt sich die Frage, wie man und vor allem wer damit umgeht. Die Antwort liefert UX-Design. Doch wann und wie fügt man seinem Unternehmen diese Kompetenz am besten hinzu?

UX Development Designer Ratio

Der Design Gap

Die meisten Unternehmen, die ein neues Software-Produkt an den Markt bringen, investieren üblicherweise als Erstes in Entwickler, um den Feature-Anforderungen der Kunden gerecht zu werden. Da noch keine professionellen Strukturen existieren, werden diese Anforderungen teils ungefiltert an die Entwicklung durch gereicht. So entsteht schnell ein Zuviel an Funktion und Konfiguration.

UX Design ist ab diesem Zeitpunkt das Instrument, um diesem Zuviel Herr zu werden und die Software zu fokussieren. Man geht dabei von einem idealen Verhältnis von 4 Entwicklern zu einem Designer aus.

Wie finde ich den richtigen UX-Designer?

Ein UX-Designer muss viele Disziplinen beherrschen:

  • Erhebung und Verarbeitung von Nutzerfeedback
  • Feature-Requests strukturieren, priorisieren und hinterfragen
  • Technisches Verständnis um die Machbarkeit des Designs beurteilen zu können
  • Logische Abfolge der Nutzung herausarbeiten
  • Gebräuchliche Interaktionsmuster kennen und anwenden.
  • Ästhetisches Empfinden für eine ausbalancierte, ansprechende Gestaltung
  • Typographische Kenntnisse, um eine klare Hierarchie zu zeigen
  • Systematisches Denken, um aufeinander aufbauende Designsysteme zu entwickeln
  • Sich in den Nutzer hineinfühlen können

Nach Paul Adams kann man das in eine einfache 4x3 Matrix einsortieren, um einen UX-Designer auf seine Stärken und Schwächen zu bewerten.

UX Designer Hiring Skills Disziplinen

Einige der Fähigkeiten sind durch die persönliche Bildungsbiografie des Designers zu erklären, andere durch dessen Persönlichkeit. Es sollte klar sein, dass es unrealistisch ist, jemanden zu finden, der in allen Bereichen herausragend ist. Jeder hat seine Stärken und Schwächen und nur im Teamverbund kann man alle Fähigkeiten sinnvoll abdecken.

UX Designer Hiring Vergleich

Im obigen Beispiel kann man sehen, dass sich gewisse Kombinationen gut ergänzen, während sich andere in den Fähigkeiten überschneiden. Ab einer gewissen Anzahl an Designern ist zu erwarten, dass eine gleichmäßige Verteilung der Fähigkeiten auftritt. Umso kritischer ist jedoch der Auswahlprozess am Anfang!

Doch gerade hier zeigt sich ein weiteres Problem: Wenn keine der am Unternehmen beteiligten Personen Design-Expertise besitzt, wie soll man sinnvollerweise Designer einstellen können? Nur weil etwas gut aussieht, heißt das nicht, dass man einen guten Designer gefunden hat, da dies nur eine der vier angesprochenen Fähigkeiten abdeckt.

Intern vs. Extern

Es kann daher sinnvoll sein, gerade am Anfang das UX-Design an externe Partner zu vergeben. Durch die Zusammenarbeit mit erfahrenen Experten hat man folgende Vorteile:

  • Design als Service ist in den meisten Fällen günstiger und schneller.
  • Grundlegende Software Design Prozesse werden im Unternehmen etabliert.
  • Design-Upskilling hilft den Entscheidungsträgern später Designer einzustellen.
  • Einstiegshürde für später eingestellte Designer ist deutlich niedriger.

Man erreicht durch externe UX-Design Services am Anfang also eine deutlich höhere Qualität und bereitet den Boden für die Etablierung einer eigenen Design-Abteilung im Unternehmen.