Wie oft sollte ich einen Usability Test durchführen?

Die einfache Antwort ist: Man kann nicht oft genug testen. In der Realität stellt sich das Ganze etwas schwieriger dar – Budgets sind begrenzt und die nächste Deadline ist nicht weit. Darum gibt es einige Empfehlungen, wann man auf jeden Fall testen sollte, um die Qualität der Software nicht zu gefährden.

Wie oft sollte ich einen Usability Test durchführen?

Software, die nicht von Nutzern getestet wurde, ist eine potenzielle Gefahr für Ihr Unternehmen. Sollte nach einer Änderung beispielsweise der Verkaufsprozess unverständlich oder nicht mehr funktionsfähig sein, ist Ihr Umsatzziel gefährdet.

Damit solch ein Worst Case nicht eintritt, sollte man das Testen von Software in den Entwicklungsalltag integrieren. Damit stellen Sie sicher, dass Ihre Software nicht nur funktionsfähig, sondern auch intuitiv benutzbar und relevant bleibt.

Doch welche Art von Test sollte man zu welchem Zeitpunkt anwenden? Mehr zu den verschiedenen Testarten lesen sie hier

Usability-Optimierung beim Launch

Vor dem Launch

Der erste Nutzertest ist der wichtigste, da alle theoretischen Überlegungen, die einem Produktstart vorausgehen, auf den Prüfstand gestellt werden. Er sollte so früh wie möglich stattfinden, damit man keine unnötigen Ressourcen verschwendet. Noch bevor die erste Codezeile geschrieben ist, kann man mit einem funktional eingeschränkten Prototypen – einem sogenannten Clickdummy – einen qualitativen Nutzertest durchführen.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass der erste Test fundamentale Änderungen nach sich zieht. Deshalb kann es es sinnvoll sein, diesen Test nach Einarbeitung der Änderungen in den Prototypen zu wiederholen.

Wie oft man diesen Test vor dem Launch wiederholen sollte, hängt stark von den Ergebnissen und dem Produktumfang ab. Man sollte mindestens 2-3 Iterationen einplanen.

Vor Feature Updates

Bevor neue Features eingeführt oder bestehende in größerem Ausmaß umgestaltet werden, sollte man wieder testen. Jedes neue Feature kommt einem Mini-Launch gleich und sollte auf seine Sinnhaftigkeit überprüft werden. Auch hier ist das Mittel der Wahl üblicherweise der qualitative Nutzertest, da es bei neuen Features und bei fundamentalen Änderungen keine belastbaren Vergleichswerte gibt, gegen die man anders testen könnte.

Usability-Optimierung vor neuen Features

Je nachdem wie die Softwareentwicklung organisiert ist, ist es unabdingbar das Testing in die zeitliche Planung mit einzubeziehen. Tut man das nicht, veröffentlicht man ungetestet Features, die bei mangelhafter Funktionalität zurückgenommen werden müssen und dadurch zur unnötigen Ressourcenverschwendung beitragen.

Usability-Optimierung im Betrieb

Während des laufenden Betriebs

Ist die Software schon am Markt etabliert, geht es vor allem darum Details zu optimieren. Das kann man hervorragend mit quantitativen Messungen in sogenannten A/B-Tests machen. Dabei wird an einen geringen Prozentsatz der Nutzer eine modifizierte Variante ausgerollt. Anschließend vergleicht man die Werte mit dem existierenden Produkt und hat harte Fakten, ob eine Änderung des Bestehenden Sinn ergibt oder nicht.

Solche Tests kann man immer dann machen, wenn keine höher priorisierten Aufgaben anstehen. Sie sind im Gegensatz zu den anderen nicht zwingend notwendig, tragen aber zur Effizienz und Effektivität der Software maßgeblich bei.